Bonifatius baut T3

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[Bonifatius baut T3]

Am 29.Juli 2011 hat St. Bonifatius nach 10 Jahren wieder ein Turmkreuz erhalten.
Das Bildmaterial hierzu wurde freundlicherweise von Herrn Kaiser zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank (auch für die Freigabe zur Veröffentlichung im Internet).
Nach den Bildern folgen Informationen zum Verlauf der Baumassnahme vom Architekten.

Außeninstandsetzung der Pfarrkirche St.Bonifatius 2011 - 2013

Mit dem Beginn der Einrüstung des Eingangsbauwerkes und des Turmes am 14.März startete die Außeninstandsetzung. Am 28.März.wurden Stahlträger durch die Glockenstu-be geschoben, an denen das Gerüst der Turmseiten und der Turmrückseite aufgestellt werden konnte, um die angrenzenden Dächer zu entlasten. Seither ist das Geläut kom-plett ausgeschaltet. Am 28.April standen wir dann zum ersten Mal ganz oben und schau-ten auf das Turmdach herunter und ließen aus luftigen 54 Metern Höhe den Blick über die Stadt schweifen. Im noch wachsenden Gerüst fanden bereits erste Abstimmungstermine mit den beauftragten Firmen statt, damit diese unmittelbar nach Gerüstfreigabe die Arbei-ten aufnehmen konnten.

Eine Firma beschäftigt sich ausschließlich mit dem Reinigen der Fassaden. Da ist zum einen der vorhandene Anstrich auf den Putzflächen so zu entfernen, daß die in weiten Bereichen noch originalen Putzflächen nicht beschädigt werden. Obwohl es eigentlich ums Reinigen geht und mit staubbindendem Wasser gearbeitet wird, macht das viel feins-ten Staub, der an den Fassaden herunterfließt, vor keiner Ritze halt macht und der auch Ihnen nicht verborgen bleiben konnte. Zum anderen wurden in einem anderen Reini-gungsvorgang die Natursteine so behutsam grundgereinigt, daß die Steinoberflächen nicht angegriffen werden. Wenn man das Davor und das Danach nicht unmittelbar neben-einander sieht, kann man den Reinigungseffekt kaum erkennen. In einem zweiten Durch-gang werden derzeit noch steinschädigende Krustenbildungen abgetragen.

Die Verputzer sind zunächst mit dem Entfernen von verwitterten und losen Putzen sowie „falschen“ Putzreparaturen beschäftigt. Hier handelt es sich um allzu feste, überwiegend zementgebundene Putzmörtel, die auf dem großfugig, mit Kalkmörtel aufgesetzten Zie-gelmauerwerk schlecht anhaften und sich mit dem angrenzenden originalen Kalkputz nicht verbinden, so daß hier immer wieder Abrisse entstanden sind. Auch diese Arbeit war mit viel Staub und Schutt verbunden, der die ersten Schuttcontainer gefüllt hat.

Nicht zuletzt die Anlieferung von 13 Tonnen neuem Moselschiefer zeigt, daß nicht nur ab- und ausgebaut wird, sondern es hinter den Planen des Gerüstes auch mit dem Wieder-herstellen vorangeht. Der Klempner hat die Verblechungen der Turmgiebel überarbeitet und ergänzt sowie die vier Einlauftöpfe und mit ihnen die gesamte innere Turmentwässe-rung wartungsfreundlich erneuert. Die Steinmetze sind dabei, die vier nach Kriegsbe-schädigungen abgebauten Steinkreuze auf den Giebelspitzen wieder herzustellen, Säulen und Säulenbasen zu erneuern, geschädigte Einzelsteine auszuwechseln sowie an kleinen Beschädigungen die allfälligen Vierungen zu setzen. Nach einiger Suche haben wir noch einen Steinbruch ausfindig gemacht, in dem es eine Sandsteinvarietät gibt, die in Farbe, Maserung und eingebetteten Kieselsteinen zu den in St.Bonifatius überwiegend verbau-ten Sandsteinen bestens paßt und auch gebrochen werden kann.

Die statische Untersuchung des Glockenstuhles ist mittlerweile in die Planung einer zu-rückhaltenden subsidiären Tragwerksergänzung übergegangen, die kurz vor der Ausfüh-rungsreife steht. Begleitet werden diese Arbeiten mit einer Neukonzeption der Schallla-denarchitektur, die für die Geräuschausbreitung des Geläutes und den dabei einzuhal-tenden Grenzwerten eine nicht unbedeutende Nebensache darstellt.

Im Hintergrund, aber nicht weniger wichtig, kümmern wir uns mit Metallbauer, Blechner und Maler um die Wiederherstellung des großen Turmkreuzes, dessen Aufrichtung den Abschluß des ersten Teils des diesjährigen Bauabschnittes signalisieren wird. Es ist vor-gesehen, die Aufrichtung des Kreuzes mit einer kleinen Feierstunde zu verbinden, zu der zeitnah eingeladen werden wird.

Dipl.-Ing. Hubert Baumstark, Architekt